Zusammenfassung

  • Psychotherapie wird von Ärztlichen Psychotherapeuten oder Psychologischen Psychotherapeuten durchgeführt, die sich in jahrelanger Aus- und Weiterbildung auf die Behandlung psychischer Störungen mittels analytischer, tiefenpsychologisch fundierter oder verhaltenstherapeutischer Methoden spezialisiert haben.
  • Die Kosten für die Psychotherapie trägt die Krankenkasse.
  • Wenn Sie das Gefühl haben, Sie kommen mit dem Psychotherapeuten gut zu Recht, wird entweder eine Kurzzeittherapie (25 Stunden) oder eine Langzeittherapie (45 Stunden) bei der Krankenkasse beantragt.
  • Ambulante Psychotherapie wird in der Regel mit einer Frequenz von 1 Sitzung (50 Minuten) pro Woche durchgeführt.

„Psychotherapie bezieht sich auf die Behandlung psychischer Störungen unter Verwendung primär psychologischer (und weniger biologischer oder physiologischer) Methoden. Darunter fallen ganz unterschiedliche Behandlungstechniken, denen jedoch eines gemeinsam ist: Sie sollen […] Menschen helfen, ihr Verhalten, ihr Denken und ihre Empfindungen so zu verändern, dass sie geeignetere und gesündere Wege für den Umgang mit Belastungen und mit anderen Menschen entwickeln können“ (R.L. Atkinson/R.C. Atkinson/E.E. Smith/ D.J. Bem/S. Nolen-Hoeksema (2001). Hilgards Einführung in die Psychologie. Heidelberg; Berlin: Spektrum).

Wer bietet Psychotherapie an?

Es gibt Ärzte mit einer Weiterbildung im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie oder psychosomatische Medizin und Psychotherapie; diese nennen sich dann Ärztliche Psychotherapeuten. Dann gibt es Psychologen mit einer Weiterbildung; diese nennen sich dann Psychologische Psychotherapeuten.  Je nach Art der Weiterbildung liegt der Schwerpunkt entweder in der Verhaltenstherapie oder in der Psychoanalyse bzw. tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie.

Damit die Kosten für eine psychotherapeutische Behandlung von den Krankenkassen übernommen wird, muss eine Psychotherapie im Richtlinienverfahren durchgeführt werden. Dies bedeutet, dass der Ärztliche oder Psychologische Psychotherapeut über eine staatlich anerkannte Qualifikation verfügt, die es ihm erlaubt, Verhaltenstherapie, psychoanalytische oder tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie anzubieten. Bei diesen Schwerpunkten liegen ausreichend Studien vor, die eine Wirksamkeit der Therapiemethoden belegen.

Erste Schritte in die Psychotherapie

Zu Beginn einer psychotherapeutischen Behandlung stehen bis zu fünf probatorische Sitzungen. In diesen
ersten Stunden macht der Psychotherapeut sich mit Ihrer Hilfe ein Bild über Ihre Beschwerden, deren Entwicklung und fragt nach biografischen Besonderheiten. Dann stellt er eine Diagnose. Gemeinsam werden Therapieziele formuliert (zum Beispiel „Steigerung des Selbstwertgefühls“), an deren Umsetzung in der Therapie gearbeitet wird. Die probatorischen Sitzungen dienen auch dazu, zu prüfen, ob die „Arbeitsbeziehung“ stimmt und Sie sich wohl und verstanden fühlen. Sollte dies nicht der Fall sein, können Sie erneut probatorische Sitzungen bei einem anderen Psychotherapeuten in Anspruch nehmen. In der Regel trägt die Krankenkasse die Kosten.

Wenn Sie mit dem Psychotherapeuten gut zu Recht kommen und sich eine Behandlung vorstellen können, muss die Psychotherapie bei der Krankenkasse beantragt und die Durchführung von ihr genehmigt werden.

In der Verhaltenstherapie beantragt man entweder eine Kurzzeittherapie (25 Therapiestunden) oder eine Langzeittherapie (45 Therapiestunden). In begründeten Fällen werden auch darüber hinaus weitere Therapiestunden von den Krankenkassen genehmigt.

Ambulante Psychotherapie wird in der Regel mit einer Frequenz von 1 Sitzung (50 Minuten) pro Woche durchgeführt.